Italien mit Kleinkindern: 9 schlagkräftige Argumente für eine Italienreise

Bella Italia ist ein perfektes Reiseziel für eine Familienreise mit Bambini

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Italien mit Kleinkindern

Italien mit Kleinkindern? Kann man das machen? Wir hatten lange hin- und herüberlegt, wo wir unseren Sommerurlaub verbringen sollten. Fliegen wollte ich mit den zwei Kleinkindern auf keinen Fall. Weniger wegen der Kinder als vielmehr wegen meiner schrecklichen Flugangst. Ich bin beim Fliegen ein Totalausfall und kann dann bestimmt nicht für die Kinder da sein. Also blieben uns nur Ziele, die wir mit dem Auto, Zug oder Fahrrad erreichen konnten: Frankreich, Italien, Holland oder sogar einfach in Deutschland bleiben?

Uns fiel die Entscheidung für ein Reiseziel mit den Kleinkindern nicht leicht.

Fiat500 - Italien mit Kinder
Der Große im traditionellen Fiat500

Aber so eine lange Autofahrt mit Kindern – uff. Davor hatten wir doch auch ein bisschen Horror. Trotzdem wollten wir es wagen und nach Italien fahren (nach unserer Fahrradreise). Dort haben wir nämlich Verwandtschaft und somit eine Bleibe. Das hat sich ganz gut angeboten, denn zur Hauptreisezeit im Sommer (warum fahren wir eigentlich immer in der Hauptsaison weg, obwohl wir noch keine Schulkinder haben???) sind alle Ferienwohnungen echt unglaublich teuer.

Unser Reiseziel für Italien mit Kleinkindern

Wir wagten eine seeehr lange Autofahrt ungefähr in die Mitte Italiens.

Unser Ziel war also ein kleines Dorf in den Abruzzen: Balsorano. Eine Strecke von fast 1300 km. Naja, kann man ja mal ausprobieren. Die Hinfahrt haben wir in zwei Etappen bestritten mit einer Übernachtung bei Bologna. Und die Rückfahrt sind wir dann tatsächlich in einer Nacht durchgefahren.
Ich kann allerdings nicht wirklich sagen, was weniger anstrengend war. So eine Fahrt ist einfach eine Tortur (und natürlich muss es dann auch noch in Strömen Regnen, während ich mitten in der Nacht die Strecke über die Alpen fahre).
Worauf ich aber hinauswill: Die drei Wochen Italien waren echt wunderschön. Wir waren wirklich ganz begeistert und haben es nicht bereut, die weite Fahrt auf uns genommen zu haben (siehe z.B. auch mein Bericht über Neapel mit Kleinkindern).

Was Italien zu einem perfekten Reiseziel mit Kindern macht?
Die 9 überzeugenden Argumente werde ich euch nun liefern.

9 Gründe, warum Italien mit Kindern einfach ein super Ziel ist

  1. Kinderfreundliches Essen (& für Eltern genauso lecker): Wir kamen mit einem 11 Monate alten Baby nach Italien, das bisher nichts Festes essen wollte. Auch Brei ging nur so halb gut, weshalb ich immer noch stillen musste. Und gleich am ersten Mittag. als es eingelegte Auberginen gab, fing die Kleine an zu essen. Von da an gab es kein Halten mehr: Sie haute sich alles an Pizza und Pasta rein, was sie so kriegen konnte. Ganz zu schweigen von den Tomaten, die sie plötzlich Kiloweise aß. Die schmecken in Italien aber auch so richtig schön süß und tomatig. Auch wenn man tagsüber unterwegs ist, kann man sich sicher sein, dass man irgendwo etwas Essbares für die Kinder findet. Denn Pizza & Pasta gibt es überall, natürlich auch leckere Gemüsegerichte.

    STarita a Materdei mit Kindern
    Echte Neapolitanische Pizza
  2. Verlockungen & Erpressungen: Wie gut, dass neben den guten Hauptgerichten in Italien auch die Nachtische und Süßspeisen so lecker sind. Natürlich ganz vorne weg das Eis. So ein Gelato hat uns auf jeden Fall den ein oder anderen Ärger erspart (jaja, Erziehung ist auch immer ein bisschen Erpressung, z.B. mit Eis). Dass uns das Eis aber auch einen riesigen Ärger mitten in den engen Gassen Roms eingebracht hat, sollte man lieber nicht zu laut sagen. Ist auch echt doof von Mama, wenn sie dem Großen einfach die falsche Sorte kauft. Auf jeden Fall ein Grund, sich auf den Boden zu werfen und minutenlang zu Schreien. Wie gut, dass die Italiener so gelassen sind.
  3. Kinderfreundliche Mentalität: Das bringt mich auch schon zum nächsten Punkt. Italien mit Kindern ist eine echt entspannte Reise, weil alles so kinderfreundlich. Man hat nie das Gefühl, mit den Kindern zu stören. Alle lieben die kleinen Bambini und rufen einem auf der Straße zu, wie süß die doch seien. Achja, und gleich zwei wie toll. (In Deutschland eher: „Was muss die jetzt hier ihre zwei Bälger auch noch mit anschleppen?!“) Natürlich bekommt man auch überall sofort einen Babystuhl gebracht Das ist wirklich sehr angenehm.
  4. Lautstärke-Pegel bitte halten: Sowieso herrscht in Italien ein ganz anderer Lautstärke-Pegel vor als bei uns in Deutschland. Nirgends geht es ganz ruhig zu, die Italiener sind ja viel aufbrausender und wenn sie sich unterhalten, könnte man manchmal denken, sie schreien sich fast gegenseitig an. Unser Großer dachte zumindest erst immer, dass die streiten. Da ist es gar kein Problem, wenn die Kinder dazwischen auch noch rumlärmen. Das macht es für Eltern total entspannt, weil man die Kinder auch einfach mal Toben lassen kann.
  5. Wetter in der Regel mit Garantie: Eigentlich hat man in Italien auch fast eine Garantie für schönes Wetter. Zumindest wenn man nicht gerade in einem Bergdorf in den Abruzzen unterkommt, wo es auch im Sommer ganz schön schütten kann. Aber ansonsten ist es ja wirklich von Mai bis September schön warm und sonnig mit ganz wenigen Regentagen. Im Sommer muss man dann nur aufpassen, dass es nicht zu heiß wird. Am Meer kann man das aber ganz gut verkraften. Städtereisen sind dann allerdings etwas anstrengender in der prallen Sonne, das würde ich eher in der Nebensaison empfehlen (siehe unser Kurztrip nach Neapel)
  6. Berge & Meer für alle: Italien bietet auch landschaftlich eine tolle Abwechslung. Während es wunderschöne Sandstrände gibt, findet man schon wenige Kilometer später im Landesinneren hohe Berge. Daher bietet sich Italien sowohl zum Strandurlaub mit Kindern als auch zum Wanderurlaub. Wenn es einem am Meer zu heiß wird, flüchtet man in die Berge & umgekehrt.
  7. Kulturprogramm inklusive: Wer landschaftlich noch nicht ausgelastet ist, findet in Italien außerdem ein riesiges kulturelles Angebot. Man kann so viele historische Gebäude betrachten und so viel erleben. Und das Gute ist, dass man die Kinder einfach mitnehmen kann. Denn wie schon in Punkt 3 erwähnt: Alle freuen sich über die Kinder. Auch beim Besuch vom Herculaneum oder des Forum Romanums kann man Kleinkinder getrost dabei haben. Um langes Anstehen in Warteschlangen zu vermeiden empfiehlt es sich übrigens, Eintrittskarten schon vorher online zu kaufen.

    Vor dem Colosseum
    Ob Rom, Neapel oder in den Bergen: Die Kleine ist immer auf meinem Rücken
  8. Gelassenheit steckt an: Die gelassene Atmosphäre in Bella Italia ist einfach ansteckend. Auch gestresste Eltern können dort mal runterkommen und alles mal wieder aus einer anderen Perspektive betrachten. Hier ist man nämlich lange nicht so getrieben und gestresst wie zuhause. Wenn das halbe Dorf abends auf dem Dorfplatz sitzt und einen Aperitif genießt, fragt man sich schon irgendwie, warum man sich immer so einen Stress macht. Und wenn abends um 22 Uhr die Kinder noch auf der Straße herumspringen und gute Laune verbreiten, fragt man sich auch, ob man die Kinder wirklich immer krampfhaft um 19.30 Uhr ins Bett bringen muss. Ist doch schließlich Urlaub und eigentlich geht abends erst das richtige Leben los.
  9.  Mit dem Auto erreichbar: Da ich einige Leute kennen, die mit ihren Kleinkindern noch nicht fliegen wollen (habt ihr etwa auch alle Angst?), finde ich, dass die Erreichbarkeit per Auto auch noch ein gutes Argument ist. Klar, wer lieber fliegt, kann genauso gut nach Italien fliegen. Das geht deutlich schneller. Der Vorteil beim Auto aber ist: Man kann tonnenweise Nudeln, Tomaten, Parmesan und Olivenöl mit nach Hause nehmen. So hat man auch noch lange Zeit ein kleines bisschen italienisches Flair im Alltag.

Gesunde Babynahrung in Italien – besser was mitnehmen

Wir hatten ein paar Packungen Müsli und Getreidebrei mitgenommen. Gesunde Babynahrung ist in Italien nämlich relativ schwer zu kriegen. Gerade wer nur gesunde Flocken oder sowas zum Frühstück macht, wird hier lange suchen. Es gibt zwar meist eine sehr kleine und überschaubare Bio-Abteilung in den Supermärkten, aber es war schon schwierig, reine Haferflocken zu finden. Auch wer auf ausgefallene Süßungsmittel wie Agavendicksaft etc. setzt, packt davon besser was ein.

 

Was ist euer Lieblings-Reiseziel mit Kindern?
Eure Klara

 

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